Endlich wieder Valorant

Eigentlich muss ich mich für diese Aussage ja schämen. Als Valorant vergangenes Jahr als "Projekt A" und Konkurrent zu Counter-Strike: Global Offensive angekündigt worden war, habe ich wie nicht wenige CSGO-Spieler eher einen Overwatch-Klon gesehen und weniger einen FPS-Shooter alá Counter-Strike. Als die ersten Gameplay-Videos durch Riot Games veröffentlicht worden sind, fühlte ich mich darin noch bestätigt und auch die Streams zum Beginn der Beta konnten meine Meinung nicht ändern: Nie und nimmer ist Valorant ein ernstzunehmender Konkurrent für Counter-Strike.

Als dann irgendwann die E-Mail in meinem Postfach eintrudelte, dass ich für die Beta freigeschaltet bin, habe ich mir selbst einen Eindruck vom Gameplay verschafft und musste feststellen, dass sich Valorant schon sehr nach Counter-Strike anfühlt und man deswegen auch tatsächlich keine großen Schwierigkeiten hat, sich umzugewöhnen. Klar gibt es Unterschiede. Die sind aber bei weitem nicht so groß, wie man vermuten würde. Auch was die verschiedenen Charaktere und Fähigkeiten angeht.

Denn darin liegt der größte Unterschied: In Valorant gibt es mehrere Agenten mit verschiedenen Fähigkeiten. Jett, Brimstone, Phoenix, Sage und Sova stehen jeden zur Verfügung. Darüber hinaus kann man noch Raze, Breach, Viper, Omen, Cypher und Reyna nachträglich freischalten. Zwei Agenten kann man sich erspielen, will man alle, muss man Geld in die Hand nehmen.

Als ich in der Beta Cypher und Raze freigeschaltet habe, war mir das gar nicht bewusst, was mich später auch geärgert hat. Während ich mit Cypher noch ganz gut klar kam, habe ich Raze eigentlich nie gespielt. Er passt einfach nicht zu meiner Spielweise. Da allerdings kein Agent derart übertriebene Fähigkeiten hat, ist das nicht tragisch. Ich empfehle nur jeden: Bevor ihr eure kostenlosen Agenten freischaltet, spielt sie einmal in der Trainingsarena an. Ich werde mich wohl für Reyna und Omen entscheiden, da diese meinen Spielstil am meisten entgegenkommen. Mein Favorit ist ohnehin Jett.

Kommen wir zurück zu den Fähigkeiten: Diese sind in Valorant quasi der Ersatz für die Granaten. Während in CS jeder Spieler quasi jede Granate kaufen kann, muss man in Valorant viel mehr als Team zusammenarbeiten. Brimstone, Jett, Viper und Omen haben zum Beispiel Rauchgranaten beziehungsweite Fähigkeiten, die dem Gegner die Sicht versperren. Phoenix, Breach und auch der neue Agent Reyna können Gegner blenden. Phoenix und Brimstone haben Fähigkeiten, die einem Molotov entsprechen. Weitere taktische Möglichkeiten bietet Sage als Heiler und Sova oder auch Cypher als Aufklärer. Kommunikation und der richtige Einsatz der verschiedene Fähigkeiten wird im Wettkampf später enorm wichtig sein.

Mich hat Valorant abgeholt. So sehr, dass Counter-Strike für mich am vergangenen Wochenende maximal eine Notlösung war und ich dann doch eher die Playstation angemacht und FIFA 20 gedaddelt habe. Es war aber auch nicht so, dass mir die paar Partien CS wirklich Spaß gemacht haben. Lag wohl an den Mitspielern. Wobei ich hier dazusagen muss: Umso voller die Closed Beta von Valorant wurde, umso schlechter wurde die Community. Mikrofone in einem Wettkampfspiel? Wofür denn! Freundlich miteinander kommunizieren? Quatsch! In meinem zweiten Spiel wurde ich als Sage von einem Mitspieler angemacht, weil ich nicht direkt auf dem Schirm hatte, dass er eine Heilung benötigt. In der Situation wäre es wohl praktisch gewesen, wenn er mit einem Mikrofon hätte kommunizieren können.

Etwas Abwechslung zu Counter-Strike schadet sicher nicht. Insofern wird der Sommer wohl Valorant gehören. Zumindest während meines Urlaubes.

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